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Zehn Jahre Partnerkaffee
Bad Neustadt (kon) Schon beim Betreten des Alten Amtshauses lockte aromatisch duftender Kaffee den Besucher zum Verweilen in gemütlicher Kaffeehaus-Atmosphäre: Seit 10 Jahren verkauft der "Eine Welt Laden" den kolumbianischen Partnerkaffee aus Villavicencio nun schon. Aus diesem Anlass hatte man am vergangenen Samstag geladen.

Die Schüler der Klasse 8c der Hauptschule Bad Neustadt hatten Kuchen und Plätzchen gebacken, passend zum Kaffeehaus-Ambiente sorgte das Damen-Salonorchester "Bonbonniere" vom Meininger Theater mit Geige, Cello und Klavier für Kaffeehausmusik.
Bürgermeister Bruno Altrichter, einer der vielen Gratulanten zum Jubiläum, erinnerte sich gerne an die vor zehn Jahren im Bildhäuser Hof ausgeschenkte erste Tasse Partnerkaffee, auch Agenda 21 Kaffee genannt. In seinem Sinne sei auch der Umweltpreis der Stadt Bad Neustadt an den "Eine Welt Laden" gewesen, den dieser im letzten Jahr erhalten hatte. Er freue sich, dass der Preis das ganze Jahr über im Schaufenster des Ladens ausgestellt worden sei.

Clara Maiwald, Sprecherin des Geschäftes, erklärte, dass von dem 100-prozentigen Hochlandkaffee Arabica zwischen August 1996 und November 2006 5,5 Tonnen (22 082 Packungen zu 250 Gramm) in Bad Neustadt verkauft wurden. Das heißt, täglich wurden grob gerechnet zehn Päckchen Kaffee mit jeweils 1,28 Euro pro Kilo Solidaritätsbeitrag gekauft. In diesen zehn Jahren konnten also 7018 Euro nur durch den Verkauf des Kaffees nach Villavincencio gespendet werden.

Außerdem überreichte Maiwald einen Spendenscheck über 1000 Euro an die von Pfarrer Otter gegründete Stiftung "Weg der Hoffnung" an den Aschaffenburger Michael Markert vom Solidaritätsverein. Ziel des Vereins ist, durch Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit die Idee des fairen und partnerschaftlichen Handelns zu verbreiten. Durch die Vermarktung ihres Kaffees soll die wirtschaftliche und soziale Lage der kolumbianischen Kleinbauern nachhaltig verbessert werden. Diese Stiftung unterhält in Villavicencio ein Kinderheim, ein Mädchenheim, einen Jugendbauernhof, eine Kindertagesstätte und eine Zuflucht für Straßenkinder.

Der Partnerkaffee ist ein Kaffee, der besonders mild und magenfreundlich ist und von den kolumbianischen Kleinbauern ohne maschinelle Hilfe gepflückt wird.